HEader

Ein alternativer Stadtrundgang (2009 bis 2012)

Blickwechsel - unter diesem Fokus stand ein alternativer Stadtrundgang, den Barbara Stehmann, Leiterin des Projekts „artGERECHT- Ausdruck und Verstehen der Lebenswelt wohnungsloser Menschen durch Kunst und Kultur“ des Förderverein Wärmestube, und Bruder Tobias Matheis OFM von der Würzburger Straßenambulanz gemeinsam durchführten.

Bekannte Orte mit neuer Bedeutung
In einer kleinen Gruppe von maximal 15 Personen führten sie Besucherinnen und Besucher auf einen alternativen Rundgang durch die Stadt. Im Mittelpunkt des Interesses standen nicht die markanten Plätze, sondern jene Orte, die für Obdachlose eine wichtige Bedeutung haben. Das waren beispielsweise die Elisabethstube der Erlöserschwester, die Wärmestube der Christopherus-Gesellschaft, das Behandlungszimmer der Würzburger Straßenambulanz oder eine Parkbank.

„Auf diese Weise“, meinte Projektleiterin Barbara Stehmann, „kann man die tägliche Odyssee obdachloser Menschen durch die Stadt 1 ein klein wenig nachempfinden“. Bruder Tobias begleitete die Stationen mit besinnlichen Gedanken. So erzeugen nicht nur die inspirierenden Gespräche, sondern auch die meditativen Gedanken einen Blickwechsel.

Intensives Erlebnis

Neben der Kurzzeitübernachtung, dem Juliusspital und dem Caritasladen war das Urnengrab der Obdachlosen auf dem Würzburger Friedhof das intensivste Erlebnis. Es existiert erst seit 1998, als sich nach dem Tod des bekannten Stadtstreichers „Wurzelsepp“ eine Initiative gebildet, um ihm eine letzte Ruhestätte im Würzburger Friedhof zu ermöglichen. Schlagartig wird den Teilnehmern bewusst, das sich die Menschen, deren Heimat die Stadt gewesen war, selbst nach dem Tod ihren Platz darin noch erkämpfen müssen.

­